Einundzwanzigster Sonntag im Jahreskreis

Zu einem Haus gehören Mauern, Türen und Fenster. Festen Bestand aber hat ein Haus vor allem durch das Fundament. Die Kirche Christi ist apostolisch: Sie ruht auf dem Fundament der Apostel, auf ihrem Glauben und ihrer Lehre, das heißt aber letzten Endes: auf Christus selbst. Er ist der Fels.

EröffnungsversPs 86 (85), 1–3

Wende dein Ohr mir zu, erhöre mich, Herr,
hilf deinem Knecht, der dir vertraut, sei mir gnädig, o Herr.
Den ganzen Tag rufe ich zu dir.

Ehre sei Gott, S. 375 f.

Tagesgebet

Gott, unser Herr, du verbindest alle, die an dich glauben,
zum gemeinsamen Streben.
Gib, dass wir lieben, was du befiehlst,
und ersehnen, was du uns verheißen hast,
damit in der Unbeständigkeit dieses Lebens
unsere Herzen dort verankert seien,
wo die wahren Freuden sind.
Darum bitten wir durch Jesus Christus.

Zur 1. Lesung   Das Wort vom Schlüssel, der dem Beamten am Königshof in Jerusalem auf die Schulter gelegt wird, weist schon auf das heutige Evangelium hin (Mt 16, 19). Schlüsselgewalt bedeutet Macht und Ehre, aber auch Last der Verantwortung. Der Vorgänger des neuen Palastvorstehers musste abgesetzt werden; aber auch Eljakim, der Nachfolger, auf den der Prophet große Hoffnungen setzt, wird ihn später enttäuschen (vgl. Jes 22, 24–25).

Erste LesungJes 22, 19–23

Ich werde ihm den Schlüssel des Hauses David auf die Schulter legen

Lesung
aus dem Buch Jesája.

So spricht der Herr zu Schebna, dem Palastvorsteher:
19Ich werde dich von deinem Posten stoßen
und dich aus deiner Stellung reißen.
20An jenem Tag
werde ich meinen Knecht Éljakim, den Sohn Hilkíjas, berufen.
21Ich werde ihn mit deinem Gewand bekleiden
und ihm deine Schärpe fest umbinden.
Deine Herrschaft gebe ich in seine Hand
und er wird zum Vater für die Einwohner Jerusalems
und für das Haus Juda.
22Ich werde ihm den Schlüssel des Hauses David
auf die Schulter legen.
Er wird öffnen
und niemand ist da, der schließt;
er wird schließen
und niemand ist da, der öffnet.
23Ich werde ihn als Pflock an einer festen Stelle einschlagen
und er wird zum Thron der Ehre für sein Vaterhaus.

AntwortpsalmPs 138 (137), 1–2b.2c–3.6 u. 8 (Kv: 8bc)

Kv Herr, deine Huld währt ewig.GL 444
Lass nicht ab von den Werken deiner Hände! – Kv

1Ich will dir danken mit meinem ganzen Herzen, *
vor Göttern will ich dir singen und spielen.
2abIch will mich niederwerfen zu deinem heiligen Tempel hin, *
will deinem Namen danken für deine Huld und für deine Treue. – (Kv)
2cdDenn du hast dein Wort größer gemacht *
als deinen ganzen Namen.3Am Tag, da ich rief, gabst du mir Antwort, *
du weckst Kraft in meiner Seele. – (Kv)
6Erhaben ist der Herr, /
doch er schaut auf den Niedrigen, *
in der Höhe ist er, doch er erkennt von ferne.
8Der Herr wird es für mich vollenden. /
Herr, deine Huld währt ewig. *
Lass nicht ab von den Werken deiner Hände! – Kv

Zur 2. Lesung   Das Ziel der Schöpfung und der Menschheitsgeschichte ist Christus; er ist auch der Anfang. In hymnischer Sprache steht diese Aussage am Ende der Überlegungen über den Unglauben Israels (Röm 9–11). Gott handelt an diesem Volk, wie an allen Völkern, entsprechend seiner Gerechtigkeit und Treue, das heißt aber letzten Endes: nach seinem Erbarmen.

Zweite LesungRöm 11, 33–36

Aus ihm und durch ihn und auf ihn hin ist die ganze Schöpfung

Lesung
aus dem Brief des Apostels Paulus an die Gemeinde in Rom.

33O Tiefe des Reichtums,
der Weisheit und der Erkenntnis Gottes!
Wie unergründlich sind seine Entscheidungen,
wie unerforschlich seine Wege!
34Denn wer hat die Gedanken des Herrn erkannt?
Oder wer ist sein Ratgeber gewesen?
35Oder wer hat ihm etwas gegeben,
sodass Gott ihm etwas zurückgeben müsste?
36Denn aus ihm und durch ihn und auf ihn hin
ist die ganze Schöpfung.
Ihm sei Ehre in Ewigkeit! Amen.Ruf vor dem EvangeliumVers: Mt 16, 18

Halleluja. Halleluja.
(So spricht der Herr:)
Du bist Petrus – der Fels –
und auf diesen Felsen werde ich meine Kirche bauen
und die Pforten der Unterwelt werden sie nicht überwältigen.
Halleluja.

Zum Evangelium   Der Glaube an Jesus als den Christus, den Messias, und der Glaube an Christus als den Sohn Gottes ist nicht das Ergebnis menschlicher Überlegung und Forschung: „Fleisch und Blut“ kann es nicht offenbaren. Wem Gott diese Einsicht schenkt, der ist seligzupreisen. Jesus hat den Glauben des Simon bestätigt; er soll Petrus, der Fels sein, in dem bis zur Wiederkunft des Herrn die Kirche ihr Fundament und ihre Festigkeit haben wird.

EvangeliumMt 16, 13–20

Du bist Petrus; ich werde dir die Schlüssel des Himmelreichs geben

Aus dem heiligen Evangelium nach Matthäus.

In jener Zeit,
13 als Jesus in das Gebiet von Cäsaréa Philíppi kam,
fragte er seine Jünger und sprach:
Für wen halten die Menschen den Menschensohn?
14Sie sagten: Die einen für Johannes den Täufer,
andere für Elíja,
wieder andere für Jeremía oder sonst einen Propheten.
15Da sagte er zu ihnen: Ihr aber,
für wen haltet ihr mich?
16Simon Petrus antwortete und sprach:
Du bist der Christus,
der Sohn des lebendigen Gottes!
17Jesus antwortete und sagte zu ihm:
Selig bist du, Simon Barjóna;
denn nicht Fleisch und Blut haben dir das offenbart,
sondern mein Vater im Himmel.
18Ich aber sage dir:
Du bist Petrus – der Fels –
und auf diesen Felsen werde ich meine Kirche bauen
und die Pforten der Unterwelt werden sie nicht überwältigen.
19Ich werde dir die Schlüssel des Himmelreichs geben;
was du auf Erden binden wirst,
das wird im Himmel gebunden sein,
und was du auf Erden lösen wirst,
das wird im Himmel gelöst sein.
20Dann befahl er den Jüngern,
niemandem zu sagen, dass er der Christus sei.

Glaubensbekenntnis, S. 378 ff.

Fürbitten vgl. S. 810 ff.

Zur Eucharistiefeier   Durch seinen Mut zum Bekenntnis für Christus wird Petrus zum Fels. Aber nicht er allein trägt die Kirche. Das Fundament ist Christus, und seine Frage richtet sich auch an jeden von uns: „Für wen hältst Du mich?“

Gabengebet

Herr und Gott, du hast dir
das eine Volk des Neuen Bundes erworben
durch das Opfer deines Sohnes,
das er ein für alle Mal dargebracht hat.

Sieh gnädig auf uns

und schenke uns in deiner Kirche
Einheit und Frieden.
Darum bitten wir durch Christus, unseren Herrn.

Präfation, S. 431 ff.

KommunionversVgl. Ps 104 (103), 13–15

Herr, von den Früchten deiner Schöpfung werden alle satt.
Du schenkst dem Menschen Brot von der Erde
und Wein, der sein Herz erfreut.Oder:Joh 6, 54
So spricht der Herr:
Wer mein Fleisch isst und mein Blut trinkt, hat das ewige Leben,
und ich werde ihn auferwecken am Letzten Tag.

Schlussgebet

Herr, unser Gott, schenke uns durch dieses Sakrament
die Fülle deines Erbarmens und mache uns heil.
Gewähre uns deine Hilfe,
damit wir so vor dir leben können,
wie es dir gefällt.
Darum bitten wir durch Christus, unseren Herrn.

Für den Tag und die Woche

„Ihr aber, für wen haltet ihr mich?“ (Mt 16, 15). Eine klare, direkte Frage, angesichts derer man nicht ausweichen oder neutral bleiben und deren Beantwortung man nicht aufschieben oder jemand anderem überlassen kann. Aber an ihr ist nichts Inquisitorisches, sondern sie ist vielmehr von Liebe erfüllt! Die Liebe unseres einzigen Meisters, der uns heute aufruft, den Glauben an ihn zu erneuern und ihn als Sohn Gottes und Herrn unseres Lebens anzuerkennen. … Machen wir uns die Worte des Petrus zu eigen: „Du bist der Messias, der Sohn des lebendigen Gottes“ (Mt 16, 16). Unsere Gedanken und unser Blick seien auf Jesus gerichtet, Ursprung und Ziel allen kirchlichen Handelns. Er ist der Grund und niemand kann einen anderen legen (vgl. 1 Kor 3, 11). Er ist der „Fels“, auf den wir bauen müssen. (Papst Franziskus)

P. Anselm Schott

Messbücher-Namensgeber Pater Schott vor 125 Jahren gestorben (23.04.2021)
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