Siebter Sonntag – im Jahreskreis

Wer vor dem Gesetz schuldig geworden ist, wird bestraft. So verlangt es das Recht. Aber die Gerechtigkeit Gottes ist größer. Gott will die Menschen dadurch besser machen, dass er ihnen die Schuld vergibt. Das sollen wir nicht vergessen, es soll uns aber nicht quälen, im Gegenteil: Es soll uns dankbar machen und gütig gegenüber dem, der unsere Vergebung braucht.

EröffnungsversPs 13 (12), 6

Herr, ich baue auf deine Huld,
mein Herz soll über deine Hilfe frohlocken.
Singen will ich dem Herrn, weil er mir Gutes getan hat.

Ehre sei Gott, S. 371 f.

Tagesgebet

Barmherziger Gott,
du hast durch deinen Sohn zu uns gesprochen.
Lass uns immer wieder über dein Wort nachsinnen,
damit wir reden und tun, was dir gefällt.
Darum bitten wir durch Jesus Christus.

ZUR 1. LESUNG   Dem Volk, das seit Jahren im babylonischen Exil lebt, kündet der Prophet die Befreiung an. Gott selbst wird eingreifen, wie er es damals getan hat, als er Israel aus Ägypten herausführte. Gott vergibt die Schuld, das ist die eigentliche Rettung. Sie macht die innere Umkehr des Volkes und dann auch die äußere Rückkehr in die Heimat erst möglich.

Erste LesungJes 43, 18–19.21–22.24b–25

Um meinetwillen wische ich deine Vergehen weg

Lesung
aus dem Buch Jesája.

So spricht der Herr:
18Denkt nicht mehr an das, was früher war;
auf das, was vergangen ist, achtet nicht mehr!
19Siehe, nun mache ich etwas Neues.
Schon sprießt es, merkt ihr es nicht?
Ja, ich lege einen Weg an durch die Wüste
und Flüsse durchs Ödland.
21Das Volk, das ich mir geformt habe,
wird meinen Ruhm verkünden.
22Jakob, du hast mich nicht gerufen,
Israel, du hast dir mit mir keine Mühe gemacht.
24bDu hast mich mit deinen Sünden geknechtet,
mir Mühe gemacht mit deinen Vergehen.
25Ich, ich bin es, der deine Vergehen wegwischt um meinetwillen,
deiner Sünden gedenke ich nicht mehr.

AntwortpsalmPs 41 (40), 2–3a.4–5.13–14 (Kv: 5b)

Kv Heile mich, Herr;GL 41, 1
denn ich habe gegen dich gesündigt! – Kv

2Selig, wer sich des Geringen annimmt; *
zur Zeit des Unheils wird der Herr ihn retten.
3aDer Herr wird ihn behüten *
und am Leben erhalten. – (Kv)
4Der Herr wird ihn auf dem Krankenbett stärken; *
sein ganzes Lager hast du in seiner Krankheit gewendet.
5Ich sagte: Herr, sei mir gnädig! *
Heile mich, denn ich habe gegen dich gesündigt! – (Kv)
13Weil ich aufrichtig bin, hieltest du mich fest *
und stelltest mich vor dein Angesicht für immer.
14Gepriesen sei der Herr, der Gott Israels *
von Ewigkeit zu Ewigkeit. Amen, ja amen. – Kv

ZUR 2. LESUNG   Paulus hatte der Gemeinde von Korinth seinen Besuch angekündigt, war dann aber nicht gekommen. Ein Besuch in diesem Moment schien eher schädlich als nützlich zu sein. Auf keinen Fall soll ein Zweifel an der Zuverlässigkeit des Apostels aufkommen. Als Bote Gottes muss er ja Gottes eigene Treue und Zuverlässigkeit verkörpern. Gott ist treu; dafür bürgt der menschgewordene Sohn; er ist das Ja Gottes zu seinen Verheißungen. Das bezeugt uns der Heilige Geist, den wir in der Taufe empfangen haben. Auch das Leben jedes Christen muss so klar und lauter sein wie das Amen, das wir in der liturgischen Feier in der Kraft des Heiligen Geistes sprechen.

Zweite Lesung2 Kor 1, 18–22

Jesus Christus ist nicht als Ja und Nein zugleich gekommen; in ihm ist das Ja verwirklicht

Lesung
aus dem zweiten Brief des Apostels Paulus
an die Gemeinde in Korínth.

Schwestern und Brüder!
18Gott ist treu,
er bürgt dafür,
dass unser Wort euch gegenüber nicht Ja und Nein zugleich ist.
19Denn Gottes Sohn Jesus Christus,
der euch durch uns verkündet wurde
— durch mich, Silvánus und Timótheus —,
ist nicht als Ja und Nein zugleich gekommen;
in ihm ist das Ja verwirklicht.
20Denn er ist das Ja zu allem, was Gott verheißen hat.
Darum ergeht auch durch ihn das Amen zu Gottes Lobpreis,
vermittelt durch uns.
21Gott aber ist es, der uns mit euch auf Christus hin stärkt
und der uns gesalbt hat.
22Er hat uns auch sein Siegel aufgedrückt
und als ersten Anteil
den Geist in unsere Herzen gegeben.

Ruf vor dem EvangeliumVers: vgl. Jes 61, 1 (Lk 4, 18)

Halleluja. Halleluja.
Der Herr hat mich gesandt,
den Armen die Frohe Botschaft zu bringen
und den Gefangenen die Freiheit zu verkünden.
Halleluja.

ZUM EVANGELIUM   Jesus hat die Macht, zu lehren, Dämonen auszutreiben, Krankheiten zu heilen. Er tritt aber auch mit dem Anspruch auf, Sünden vergeben zu können. Das ist in den Augen der Schriftgelehrten eine Gotteslästerung. Und sie haben Recht: Nur Gott kann Sünden vergeben. Jesus bestreitet das nicht; er beweist durch die Krankenheilung seine göttliche Vollmacht.

EvangeliumMk 2, 1–12

Der Menschensohn hat die Vollmacht, auf der Erde Sünden zu vergeben

Aus dem heiligen Evangelium nach Markus.

1Als Jesus wieder nach Kafárnaum hineinging,
wurde bekannt, dass er im Hause war.
2Und es versammelten sich so viele Menschen,
dass nicht einmal mehr vor der Tür Platz war;
und er verkündete ihnen das Wort.
3Da brachte man einen Gelähmten zu ihm,
von vier Männern getragen.
4Weil sie ihn aber wegen der vielen Leute
nicht bis zu Jesus bringen konnten,
deckten sie dort, wo Jesus war, das Dach ab,
schlugen die Decke durch
und ließen den Gelähmten
auf seiner Liege durch die Öffnung hinab.
5Als Jesus ihren Glauben sah,
sagte er zu dem Gelähmten: Mein Sohn,
deine Sünden sind dir vergeben!
6Einige Schriftgelehrte aber, die dort saßen,
dachten in ihrem Herzen:
7Wie kann dieser Mensch so reden?
Er lästert Gott.
Wer kann Sünden vergeben außer dem einen Gott?
8Jesus erkannte sogleich in seinem Geist,
dass sie so bei sich dachten,
und sagte zu ihnen: Was für Gedanken habt ihr in euren Herzen?
9Was ist leichter,
zu dem Gelähmten zu sagen: Deine Sünden sind dir vergeben!
oder zu sagen:
Steh auf, nimm deine Liege und geh umher?
10Damit ihr aber erkennt,
dass der Menschensohn die Vollmacht hat,
auf der Erde Sünden zu vergeben –
sagte er zu dem Gelähmten:
11Ich sage dir:
Steh auf, nimm deine Liege und geh nach Hause!
12Er stand sofort auf,
nahm seine Liege
und ging vor aller Augen weg.
Da gerieten alle in Staunen;
sie priesen Gott
und sagten: So etwas haben wir noch nie gesehen.

Glaubensbekenntnis, S. 374 ff.

Fürbitten vgl. S. 805 ff.

ZUR EUCHARISTIEFEIER   Es ist die Treue Gottes, sein unverbrüchliches „Ja“ zu jedem von uns, das uns immer wieder einen Neuanfang ermöglicht. Auch jetzt spricht er dieses „Ja“ in Jesus Christus, der sich in Brot und Wein uns schenkt.

Gabengebet

Allmächtiger Gott,
in der Feier der göttlichen Geheimnisse
erfüllen wir den Dienst, der uns aufgetragen ist.
Gib, dass wir deine Größe würdig loben und preisen
und aus diesem Opfer Heil empfangen.
Darum bitten wir durch Christus, unseren Herrn.

Präfation, S. 427 ff.

KommunionversPs 9, 2–3

Herr, verkünden will ich all deine Wunder.
Ich will jauchzen und an dir mich freuen,
für dich, du Höchster, will ich singen und spielen.

Oder:Joh 11, 27

Ja, Herr, ich glaube, dass du der Messias bist,
der Sohn Gottes, der in die Welt kommen soll.

Schlussgebet

Getreuer Gott,
du hast uns das heilige Sakrament
als Unterpfand der kommenden Herrlichkeit gegeben.
Schenke uns einst das Heil in seiner ganzen Fülle.
Darum bitten wir durch Christus, unseren Herrn.

FÜR DEN TAG UND DIE WOCHE

Er ist da   Ob wir von Christus wissen oder nicht, er ist da, ganz nahe bei jedem. Wie ein unbemerkter Begleiter, wie Licht in unserer Finsternis, wie ein brennendes Feuer im Herzen des Menschen. Er hat sich so sehr an die Menschen gebunden, dass er bei ihnen bleibt, auch wenn sie es nicht wissen.
Aber Christus ist, wie Gott, auch ein anderer als wir. Er ist das Gegenüber des Menschen, der ihn unablässig sucht, von Angesicht zu Angesicht. (Frère Roger, Taizé)

P. Anselm Schott

Messbücher-Namensgeber Pater Schott vor 125 Jahren gestorben (23.04.2021)
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