16. Mai

Hl. Johannes Nepomuk
Priester, Märtyrer

Der Sohn eines gewissen Welflin war seit 1370 Kleriker der Diözese Prag und später Generalvikar. Als solcher wurde er in Jurisdiktionsstreitigkeiten mit König Wenzel verwickelt, festgenommen, gefoltert und am 20. März 1393 von der Karlsbrücke in die Moldau gestürzt. Nach seinem Tod entstand die Überlieferung, er sei deswegen Märtyrer geworden, weil er die Preisgabe des Beichtgeheimnisses an den König verweigert habe. Eher ist er jedoch als Märtyrer für das Recht der Kirche anzusehen. Sein Leib ruht im Veitsdom zu Prag. Verehrt wird der Heilige vor allem als Brückenpatron.

Commune-Texte:
A Messformulare für Hirten der Kirche, S. 1174 ff.
oder für Märtyrer und Märtyrinnen, S. 1170 f.
B Schriftlesungen für Hirten der Kirche, S. 1222 ff.,
oder für Märtyrer und Märtyrinnen, S. 1218 ff.

Tagesgebet

Allmächtiger, ewiger Gott,
du hast dem heiligen Johannes Nepomuk geholfen,

bis zur Hingabe seines Lebens
die Rechte der Kirche zu verteidigen.
Auf seine Fürbitte hin gib uns den Mut,
für Gerechtigkeit und Wahrheit einzutreten.
Darum bitten wir durch Jesus Christus.

Zur Lesung  Vom ersten Satz an (Weish 1, 1) will das Buch der Weisheit die „Gerechtigkeit“ lehren, diese Grundtugend, durch die der Mensch vor Gott und gegenüber den Menschen „recht“ ist. Die Gerechtigkeit wird praktisch gleichgesetzt mit der „Weisheit“. Der Mensch empfängt die Weisheit und mit ihr alles, was er braucht, als Geschenk von Gott, wenn er bereit ist, der Weisung Gottes zu folgen. Das Gegenteil des Weisen ist der „Tor“ oder der „Frevler“. Ihm ist der Gerechte ein Dorn im Auge, er kann nicht anders als ihn hassen und verfolgen. Und der Erfolg scheint den Toren recht zu geben. Erst im Endgericht wird offenbar, wer den Weg Gottes gegangen ist und wer sich in der Finsternis verloren hat (5, 6; vgl. Ps 1, 6). Die Reue der Gottlosen kommt dann zu spät (5, 4–5; der ganze Text: 5, 2–14). Ein Tei1 ihrer Strafe besteht darin, dass sie das Glück der Gerechten sehen: Sie leben im Licht Gottes, unter den Söhnen Gottes, unter den Heiligen (5, 5). – Zu 5, 2–3: Weish 2, 1–20; 3, 1–6. – Zu 5, 5: „Söhne Gottes“ Weish 2, 13.16.18; 18, 4.13; 19, 6; Mt 5, 9–11.

Erste LesungWeish 5, 1–5

Der Gerechte wird voll Zuversicht dastehen vor denen, die ihn bedrängt haben

Lesung
aus dem Buch der Weisheit.

1Der Gerechte wird voll Zuversicht dastehen
vor denen, die ihn bedrängt
und seine Mühen verachtet haben.
2Wenn sie ihn sehen, packt sie entsetzliche Furcht
und sie geraten außer sich
über seine unerwartete Rettung.
3Jetzt denken sie anders;
seufzend und voll Angst sagen sie zueinander:
4 Dieser war es, den wir einst verlachten
und verhöhnten, wir Toren.
Sein Leben hielten wir für Wahnsinn
und sein Ende für ehrlos.
5Wie wurde er zu den Söhnen Gottes gezählt
und hat bei den Heiligen sein Erbteil!

AntwortpsalmPs 124 (123), 2–3.4–5.7–8 (Kv: 7a)

Siehe S. 859.GL 60, 1, VI. Ton

Ruf vor dem EvangeliumVers: Jak 1, 12

Halleluja. Halleluja.
Selig der Mann, der in der Versuchung standhält.
Denn wenn er sich bewährt,
wird er den Kranz des Lebens erhalten.
Halleluja.

ZUM EVANGELIUM  Wer sich zu Jesus bekennt, nimmt an seinem Schicksal teil. Er muss in der gegenwärtigen Welt mit Widerstand und Verfolgung rechnen (Mt 10, 24–25). Auf diese Ankündigung folgt ein dreimal wiederholtes „Fürchtet euch nicht!“ (10, 26.28.31). Der Christ soll sich nicht fürchten, den Menschen am hellen Tag die Wahrheit Gottes zu sagen, die in Jesus offenbar geworden ist. Vielleicht trifft er Menschen, die das Wort aufnehmen; aber er riskiert auch, dass er abgewiesen und angefeindet wird. Das Evangelium spricht hier nicht vom hochgemuten Menschen, den Verfolgung und Tod nicht schrecken. Christen sind Menschen, und der normale Mensch fürchtet sich. Aber die Furcht vor den Menschen wird aufgehoben von der Furcht vor Gott: vor dem, der allein die Macht über das Menschenleben hat. Muss der Christ Gott fürchten? Das Neue Testament sagt das an vielen Stellen, wenn auch die Furcht vor Gott nicht das letzte Wort ist. Wie soll ich einen Gott lieben, den ich nicht fürchte? Die Furcht vor Gott, die zugleich Liebe ist, macht frei von jeder anderen Furcht; sie macht zur Treue fähig. – Zu 10, 26–31: Lk 12, 4–7; Jak 4, 12; Röm 8, 15; 1 Joh 4, 17–18; Mt 6, 26; 12, 12. – Zu 10, 32–33: Lk 12, 8–9; Röm 10, 8–10; Offb 3, 5; Lk 9, 26; 2 Tim 2, 12.

EvangeliumMt 10, 28–33

Fürchtet euch nicht vor denen, die den Leib töten

Aus dem heiligen Evangelium nach Matthäus.

In jener Zeit sprach Jesus zu seinen Aposteln:
28Fürchtet euch nicht vor denen,
die den Leib töten, die Seele aber nicht töten können,
sondern fürchtet euch eher vor dem,
der Seele und Leib in der Hölle verderben kann!
29Verkauft man nicht zwei Spatzen für einen Pfennig?
Und doch fällt keiner von ihnen zur Erde
ohne den Willen eures Vaters.
30Bei euch aber sind sogar die Haare auf dem Kopf alle gezählt.
31Fürchtet euch also nicht!
Ihr seid mehr wert als viele Spatzen.
32Jeder, der sich vor den Menschen zu mir bekennt,
zu dem werde auch ich mich
vor meinem Vater im Himmel bekennen.
33Wer mich aber vor den Menschen verleugnet,
den werde auch ich vor meinem Vater im Himmel verleugnen.

Fürbitten

Christus kennt uns und steht auf der Seite aller, die sich ihm zuwenden. Ihm vertrauen wir unsere Anliegen an und bitten:
■ Für alle Beichtväter und Vertrauenspersonen: Schenke ihnen Verständnis für die Menschen und Verschwiegenheit über das ihnen Anvertraute.
■ Für alle Ingenieure von Brücken und Gebäuden: Gib ihnen Sorgfalt für ihr Planen und Bauen und den Nutzern Freude an den Bauwerken.
■ Für alle, die Brücken bauen zwischen Völkern, Konfessionen und Kulturen: Verleihe ihnen Weitsicht und Geduld und segne ihre Bemühungen mit Erfolg.
■ Für alle Christinnen und Christen in Tschechien: Stärke sie im Bekenntnis zu dir, in der Freude am Glauben und in der Treue zur Kirche.
■ Für die Verzweifelten und die Verstorbenen: Begegne den Menschen im Leben und Sterben mit der Erfahrung deiner Nähe.
Du versprichst, uns gerecht zu werden. Darauf vertrauen wir, dafür lieben wir dich bis in Ewigkeit. – A: Amen.

P. Anselm Schott

Messbücher-Namensgeber Pater Schott vor 125 Jahren gestorben (23.04.2021)
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