1. Mai

Hl. Josef, der Arbeiter

Von Pius XII. wurde 1955 für den 1. Mai das Fest des hl. Josef, des Arbeiters, eingeführt. Es handelt sich dabei um ein Gedenken, das den Nährvater Jesu mit dem Tag der Arbeit, als der der 1. Mai schon vorher im außerkirchlichen Raum gehalten wurde, in Verbindung bringt.

EröffnungsversPs 128 (127), 1–2

Wohl dem Mann, der den Herrn fürchtet und ehrt
und der auf seinen Wegen geht!
Was deine Hände erwarben, kannst du genießen;
wohl dir, es wird dir gut ergehen. Halleluja.

Tagesgebet

Gott, du Schöpfer der Welt,
du hast den Menschen

zum Schaffen und Wirken bestimmt.
Auf die Fürsprache unseres Schutzpatrons,
des heiligen Josef,
der mit seiner Hände Arbeit
die Heilige Familie ernährte,
gib uns Kraft und Ausdauer,
damit wir deinen Auftrag auf Erden erfüllen
und so den verheißenen Lohn empfangen.
Darum bitten wir durch Jesus Christus.

Zur Lesung  Der Schöpfungsbericht Gen 1, 1 – 2, 4a schildert die Erschaffung der Welt als ein Werk von sechs Tagen, das am siebten Tag, dem Sabbat, von Gott als vollendet erklärt, gleichsam eingeweiht wird. Es ist klar, dass hier nicht ein geschichtlicher (oder vorgeschichtlicher) Vorgang berichtet, sondern eine theologische Aussage gemacht wird: Die Lehre über das Verhältnis Gottes zur Welt und über die Stellung des Menschen in der Welt und vor Gott wird hier in so verdichteter Form dargestellt wie kaum irgendwo sonst in der Bibel. – „Himmel und Erde“, das Weltall mit seinen Geheimnissen und die Erde mit ihrem Reichtum, wurden vor dem Menschen und für ihn geschaffen. Der Mensch soll diese Erde bewohnen und über sie herrschen. Als Abbild Gottes wurde der Mensch geschaffen; wie kein anderes Geschöpf kann er über sich selbst und über die Dinge verfügen. Der Auftrag, über die Erde zu herrschen, ist Auftrag, ihr zu dienen. Der Mensch ist für diese Erde verantwortlich, vor den Menschen, die neben ihm und nach ihm leben, letzten Endes aber vor Gott selbst, der ihm die Erde anvertraut hat. – Ps 8; 104; Weish 10, 1–2; Sir 17, 1–14; Kol 1, 15–17; Jak 3, 7; Hebr 4, 4.

Erste LesungGen 1, 26 – 2, 3

Unterwerft euch die Erde!

Lesung
aus dem Buch Génesis.

1, 26Gott sprach:
Lasst uns Menschen machen
als unser Bild, uns ähnlich!
Sie sollen walten über die Fische des Meeres,
über die Vögel des Himmels,
über das Vieh,
über die ganze Erde
und über alle Kriechtiere, die auf der Erde kriechen.
27Gott erschuf den Menschen als sein Bild,
als Bild Gottes erschuf er ihn.
Männlich und weiblich erschuf er sie.
28Gott segnete sie
und Gott sprach zu ihnen:
Seid fruchtbar und mehrt euch,
füllt die Erde
und unterwerft sie
und waltet über die Fische des Meeres,
über die Vögel des Himmels
und über alle Tiere, die auf der Erde kriechen!
29Dann sprach Gott:
Siehe, ich gebe euch alles Gewächs,
das Samen bildet auf der ganzen Erde,
und alle Bäume, die Früchte tragen mit Samen darin.
Euch sollen sie zur Nahrung dienen.
30Allen Tieren der Erde,
allen Vögeln des Himmels
und allem, was auf der Erde kriecht,
das Lebensatem in sich hat,
gebe ich alles grüne Gewächs zur Nahrung.
Und so geschah es.
31Gott sah alles an, was er gemacht hatte:
Und siehe, es war sehr gut.
Es wurde Abend und es wurde Morgen:
der sechste Tag.
2, 1So wurden Himmel und Erde und ihr ganzes Heer vollendet.
2Am siebten Tag
vollendete Gott das Werk, das er gemacht hatte,
und er ruhte am siebten Tag,
nachdem er sein ganzes Werk gemacht hatte.
3Und Gott segnete den siebten Tag
und heiligte ihn;
denn an ihm ruhte Gott,
nachdem er das ganze Werk erschaffen hatte.

Oder:

Zur Lesung  Die Lesung nennt kurz die Pflichten von Frauen und Männern, Kindern und Eltern. Norm aller christlichen Ethik ist Christus selbst. Er macht die Menschen auch fähig, miteinander in Frieden zu leben. Das gilt für die Familie wie für die Gemeinde. Wo der Friede wohnt, wird das Wort Christi gehört und dankbar aufgenommen; da wird auch die Freude spürbar, im gemeinsamen Beten und Singen und in der mühsamen täglichen Arbeit. – Ps 128; 133.

Erste LesungKol 3, 14–15.17.23–24

Tut eure Arbeit gern, als wäre sie für den Herrn und nicht für Menschen

Lesung
aus dem Brief des Apostels Paulus
an die Gemeinde in Kolóssä.

Schwestern und Brüder!
14Vor allem bekleidet euch mit der Liebe,
die das Band der Vollkommenheit ist!
15Und der Friede Christi triumphiere in euren Herzen.
Dazu seid ihr berufen als Glieder des einen Leibes.
Seid dankbar!
17Alles, was ihr in Wort oder Werk tut,
geschehe im Namen Jesu, des Herrn.
Dankt Gott, dem Vater, durch ihn!
23Tut eure Arbeit gern,
als wäre sie für den Herrn und nicht für Menschen;
24ihr wisst,
dass ihr vom Herrn das Erbe als Lohn empfangen werdet.
Dient Christus, dem Herrn!

AntwortpsalmPs 90 (89), 3–4.5–6.12–13.14 u. 17 (Kv: 17b)

Kv Herr, lass gedeihen
das Werk unsrer Hände! – Kv GL 619, 1, VI. Ton
Oder:
Kv Halleluja. – Kv

3Zum Staub zurückkehren lässt du den Menschen, ∗
du sprichst: „Ihr Menschenkinder, kehrt zurück!“
4Denn tausend Jahre sind in deinen Augen /
wie der Tag, der gestern vergangen ist, ∗
wie eine Wache in der Nacht. – (Kv)
5Du raffst sie dahin, sie werden wie Schlafende. ∗
Sie gleichen dem Gras, das am Morgen wächst:
6Am Morgen blüht es auf und wächst empor, ∗
am Abend wird es welk und verdorrt. – (Kv)
12Unsere Tage zu zählen, lehre uns! ∗
Dann gewinnen wir ein weises Herz.
13Kehre doch um, Herr! – Wie lange noch? ∗
Um deiner Knechte willen lass es dich reuen! – (Kv)
14Sättige uns am Morgen mit deiner Huld! ∗
Dann wollen wir jubeln und uns freuen all unsre Tage.
17Güte und Schönheit des Herrn, unseres Gottes, sei über uns! /
Lass gedeihen das Werk unsrer Hände, ∗
ja, das Werk unsrer Hände lass gedeihen! – Kv

Ruf vor dem EvangeliumVers: Ps 68 (67), 20

Halleluja. Halleluja.
Gepriesen sei der Herr, Tag für Tag!
Gott trägt uns, er ist unsre Rettung.
Halleluja.

Das Evangelium ist Eigentext dieses Gedenktages

ZUM EVANGELIUM  In seiner Heimatstadt Nazaret begegnet Jesus einer abweisenden Skepsis. Dort kennt man ihn und seine Familie, und gerade dieser Umstand erschwert das richtige Hinhören. „Woher hat er das alles?“, fragen sie und meinen damit: „Wer ist er denn? Was bildet er sich ein, dass er so zu uns spricht? Ist er denn mehr als wir?“ Ähnlich fragen auch heute nicht wenige Gelehrte; sie wollen wissen, woher er das hat, um dann sagen zu können, wer er ist. Mit einer solchen Fragestellung kann man zu interessanten Ergebnissen kommen und selber interessant werden, zum Glauben kommt man damit schwerlich. Man wird sich, wie die Leute von Nazaret, daran stoßen, dass Jesus einer von uns ist, ein Mensch wie die anderen, der Sohn des Zimmermanns, und dass Gott sich nicht auf göttliche Weise offenbart hat. – Mk 6, 1–6a; Lk 4, 16–30; Joh 7, 15; 6, 42; Lk 3, 23; Mt 12, 46; 11, 6.

EvangeliumMt 13, 54–58

Ist das nicht der Sohn des Zimmermanns?

Aus dem heiligen Evangelium nach Matthäus.

54In jener Zeit kam Jesus in seine Heimatstadt
und lehrte die Menschen in ihrer Synagoge,
sodass sie außer sich gerieten vor Staunen
und sagten: Woher hat er diese Weisheit und die Machttaten?
55Ist das nicht der Sohn des Zimmermanns?
Heißt nicht seine Mutter Maria
und sind nicht Jakóbus, Josef, Simon und Judas seine Brüder?
56Leben nicht auch alle seine Schwestern unter uns?
Woher also hat er das alles?
57Und sie nahmen Anstoß an ihm.
Da sagte Jesus zu ihnen:
Nirgends ist ein Prophet ohne Ansehen
außer in seiner Heimat und in seiner Familie.
58Und er wirkte dort nicht viele Machttaten
wegen ihres Unglaubens.

Fürbitten

Zu Christus, dem Sohn des Zimmermanns, kommen wir und bitten ihn:
■ Dass der Ertrag unserer Arbeit immer zum Leben reicht und die Politik gute Rahmenbedingungen setzt.
■ Dass die Arbeitssuchenden Hilfe erfahren, eine Perspektive gewinnen und das Bewusstsein für ihre Würde nicht verlieren.
■ Dass die Arbeitenden Zeiten der Ruhe und Erholung erfahren dürfen, in denen sie Kraft sammeln für Körper und Seele.
■ Dass alle in ihrem Beruf Wertschätzung erfahren dürfen und Mobbing keinen Raum bekommt.
■ Dass du uns und unsere Verstorbenen nach aller Arbeit und nach diesem Leben bei dir aufnimmst.
So wie du dich Josef anvertrauen konntest, vertrauen wir uns dir an. Denn du bist unser Bruder und Herr in Ewigkeit. – A: Amen.

Gabengebet

Gott, du Quelle aller Barmherzigkeit,
nimm die Gaben entgegen,

die wir am Gedenktag des heiligen Josef darbringen.
Schütze uns durch die Kraft dieses Opfers,
da wir in all unseren Nöten auf dein Erbarmen vertrauen.
Darum bitten wir durch Christus, unseren Herrn.

Präfation vom Hl. Josef

KommunionversKol 3, 17

Alles, was ihr in Worten und Werken tut,
geschehe im Namen Jesu, des Herrn;
durch ihn dankt Gott, dem Vater. Halleluja.

Schlussgebet

Herr, unser Gott,
du hast uns zu diesem Mahl der Freude geladen.

Lass uns nach dem Vorbild des heiligen Josef
Zeugnis geben von der Liebe,
die du uns erwiesen hast, und schenke uns
den Segen eines beständigen Friedens.
Darum bitten wir durch Christus, unseren Herrn.

P. Anselm Schott

Messbücher-Namensgeber Pater Schott vor 125 Jahren gestorben (23.04.2021)
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