23. Februar

Hl. Polykarp
Bischof, Märtyrer

Gedenktag

Ein sogleich nach dem Martyrium geschriebener Brief der Kirche von Smyrna (Kleinasien) bezeugt den 23. Februar als den Tag, an dem der Apostelschüler Polykarp für seinen Glauben an Christus um das Jahr 156 den Feuertod erlitt. Er hatte mit dem römischen Bischof Anicet in der Osterfestfrage ein die verschiedenen Bräuche anerkennendes Übereinkommen zustande gebracht. Er gehört zu den „Apostolischen Vätern“ und soll noch den Apostel Johannes gekannt haben. Sein Grab wird auf dem Berg Mustasia bei Smyrna gezeigt.

Commune-Texte:
A Messformulare für Märtyrer und Märtyrinnen, S. 1164 ff.,
oder für Bischöfe, S. 1174 ff.
B Schriftlesungen für Märtyrer und Märtyrinnen, S. 1218 ff.,
oder für Hirten der Kirche, S. 1222 ff.

Tagesgebet

Gott, du Herr der ganzen Schöpfung,
du hast den heiligen Bischof Polykarp

zum standhaften Bekenntnis des Glaubens gestärkt
und in die Schar deiner Märtyrer aufgenommen.
Gib auch uns deine Kraft,
wenn wir am Kelch des Leidens Christi teilhaben,
damit wir auferstehen zum ewigen Leben.
Darum bitten wir durch Jesus Christus.

Zur Lesung  Die sieben Sendschreiben in Offb 2 und 3 richten sich an einzelne Gemeinden Kleinasiens, zugleich aber an die ganze Kirche. Sie enthalten Lob und Tadel, Verheißung, Mahnung und Warnung. Der Tadel fehlt nur in den Briefen an die Gemeinden von Smyrna (2, 8–11) und Philadelphia (3, 7–13). Die Gemeinde von Smyrna ist in „Bedrängnis und Armut“ und „doch reich“. Sie hat Verfolgungen hinter sich, andere stehen ihr bevor. Zwischen Tod und Leben verläuft ihre Geschichte – die Geschichte der Kirche überhaupt. Wie Christus selbst geht sie durch den Tod hindurch den Weg zum Leben. – Als der heilige Polykarp im Jahr 156 n. Chr. der Verfolgung zum Opfer fiel, hatte er nach seinen eigenen Worten 86 Jahre lang Christus gedient. Vermutlich hat er schon gelebt, als dieser „Brief“ an die Gemeinde von Smyrna geschrieben wurde. – Jes 44, 6; 48, 12; Offb 1, 17–18; Lk 6, 20; Jak 2, 5; Gal 6, 15–16; Röm 2, 28–29; Dan 1, 12.14.

Erste LesungOffb 2, 8–11

An den Engel der Gemeinde in Smyrna schreibe: Sei treu bis in den Tod!

Lesung
aus der Offenbarung des Johannes.

Ich, Johannes, hörte eine Stimme, die sprach:
8An den Engel der Gemeinde in Smyrna schreibe:
So spricht Er, der Erste und der Letzte,
der tot war und wieder lebendig wurde:
9Ich kenne deine Bedrängnis und deine Armut;
und doch bist du reich.
Und ich kenne die Lästerung von denen,
die sagen, sie seien Juden;
sie sind es aber nicht,
sondern sind eine Synagoge des Satans.
10Fürchte dich nicht vor dem, was du noch erleiden musst!
Siehe, der Teufel wird einige von euch ins Gefängnis werfen,
um euch auf die Probe zu stellen,
und ihr werdet in Bedrängnis sein, zehn Tage lang.
Sei treu bis in den Tod;
dann werde ich dir den Kranz des Lebens geben.
11Wer Ohren hat, der höre, was der Geist den Gemeinden sagt:
Wer siegt,
dem kann der zweite Tod nichts anhaben.

AntwortpsalmPs 31 (30), 3b–4.6 u. 8.16–17 (Kv: vgl. 6a)

Kv In deine Hände lege ich mein Leben. – KvGL 308, 1, IV. Ton

3bSei mir ein schützender Fels, ∗
ein festes Haus, mich zu retten!
4Denn du bist mein Fels und meine Festung; ∗
um deines Namens willen wirst du mich führen und leiten. – (Kv)
6In deine Hand lege ich voll Vertrauen meinen Geist; ∗
du hast mich erlöst, Herr, du Gott der Treue.
8Ich will jubeln und deiner Huld mich freuen; /
denn du hast mein Elend angesehn, ∗
du kanntest die Ängste meiner Seele. – (Kv)
16In deiner Hand steht meine Zeit; ∗
entreiß mich der Hand meiner Feinde und Verfolger!
17Lass dein Angesicht leuchten über deinem Knecht, ∗
hilf mir in deiner Huld! – Kv

Ruf vor dem Evangelium

Lob sei dir, Herr, König der ewigen Herrlichkeit! – Kv
Dich, Gott, loben wir, dich, Herr, preisen wir.
Dich preist der Märtyrer leuchtendes Heer.
Lob sei dir, Herr, König der ewigen Herrlichkeit!

ZUM EVANGELIUM  „Die Christen wohnen zwar in der Welt, aber sie sind nicht aus der Welt“, heißt es in einem frühchristlichen Text (Diognetbrief 6, 3). Der Abschnitt Joh 15, 18 – 16, 4a spricht vom Hass der Welt gegen die Jünger Jesu. Die „Welt“ ist zwangsläufig totalitär. Sie erträgt es nicht, dass es Menschen gibt, die nicht nach ihrem Gesetz leben. Die Finsternis kann das Licht nicht ertragen. Außerdem: Das Lebensgesetz des Meisters ist auch das des Jüngers. Der Hass der Welt gilt nicht eigentlich dem einzelnen Jünger. Er gilt der geheimen Wirklichkeit, der unkontrollierbaren Kraft, die den Jünger treibt, ihn von der Welt unterscheidet und aus ihr herausnimmt. „Um meines Namens willen“: Das ist der wahre Grund. Der Hass der Welt gilt Christus dem Herrn selbst und seinem Geist, der in den Jüngern am Werk ist. – Mt 10, 22; 1 Joh 3, 11–18; Joh 1,10; 17, 14–16; 13, 16; Mt 10, 24–25; Lk 6, 40; 2 Tim 3, 12; Apg 5, 41; 9, 4; 1 Joh 3, 1.

EvangeliumJoh 15, 18–21

Wenn sie mich verfolgt haben, werden sie auch euch verfolgen

Aus dem heiligen Evangelium nach Johannes.

In jener Zeit sprach Jesus zu seinen Jüngern:
18Wenn die Welt euch hasst,
dann wisst, dass sie mich schon vor euch gehasst hat.
19Wenn ihr von der Welt stammen würdet,
würde die Welt euch als ihr Eigentum lieben.
Aber weil ihr nicht von der Welt stammt,
sondern weil ich euch aus der Welt erwählt habe,
darum hasst euch die Welt.
20Denkt an das Wort, das ich euch gesagt habe:
Der Sklave ist nicht größer als sein Herr.
Wenn sie mich verfolgt haben,
werden sie auch euch verfolgen;
wenn sie an meinem Wort festgehalten haben,
werden sie auch an eurem Wort festhalten.
21Doch dies alles werden sie euch um meines Namens willen antun;
denn sie kennen den nicht,
der mich gesandt hat.

Fürbitten

Bei Christus finden wir Zuflucht und Geborgenheit. Ihn bitten wir:
■ Schenke den Christinnen und Christen den Mut, dich zu bekennen, auch wenn es Häme und Spott hervorruft.
■ Hilf dem Christentum, ungehindert und frei, immer und überall die Botschaft deiner Liebe verkünden zu dürfen.
■ Tröste alle Eltern und Großeltern, die darunter leiden, dass die folgenden Generationen den Glauben nicht mehr praktizieren.
■ Schenke den Mächtigen Weisheit, den Arbeitssuchenden eine Perspektive, den Schwachen Kraft und den Heimatsuchenden Geborgenheit.
■ Eröffne den Verstorbenen ein Leben in deiner Herrlichkeit und tröste die Trauernden durch die Botschaft von der Auferstehung.
Es wird deine Liebe sein, die Hass und Bedrängnis überwindet. Es wird deine Nähe sein, die unseren Bitten antwortet. Darauf vertrauen wir heute und in Ewigkeit. – A: Amen.

P. Anselm Schott

Messbücher-Namensgeber Pater Schott vor 125 Jahren gestorben (23.04.2021)
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