14. Dezember

Hl. Johannes vom Kreuz
Ordenspriester, Kirchenlehrer

Gedenktag

In Fontiveros in Spanien um 1542 geboren, war er Krankenwärter zu Medina del Campo und trat dort in das Karmeliterkloster ein. Mit der hl. Theresia von Ávila bemühte er sich um die Reform des Ordens. In seinen Absichten verkannt, musste er trotz schwerer Erkrankung harte Behandlung erdulden. Er gehört zu den Klassikern der spanischen Literatur und Mystik. Gestorben in Úbeda am 14. Dezember 1591.

Commune-Texte:
A Messformulare für Kirchenlehrer und Kirchenlehrerinnen, S. 1189 ff.,
oder für heilige Männer und heilige Frauen (Ordensleute), S. 1197 ff.
B Schriftlesungen für Kirchenlehrer und Kirchenlehrerinnen, S. 1227 ff.,
oder für heilige Männer und heilige Frauen (Ordensleute), S. 1231 ff.

EröffnungsversGal 6, 14

Ich will mich allein des Kreuzes
unseres Herrn Jesus Christus rühmen,
durch das die Welt mir gekreuzigt ist und ich der Welt.

Tagesgebet

Allmächtiger Gott,
du hast dem heiligen Johannes vom Kreuz

ein großes Verlangen geschenkt,
sich selbst zu verleugnen
und Christus nachzufolgen.
Gib, dass auch wir im Kreuz unser Heil erkennen
und durch das Kreuz die Gnade erlangen,
deine Herrlichkeit zu schauen.
Darum bitten wir durch Jesus Christus.

Zur Lesung  Das Evangelium ist die Botschaft vom Kreuz. Nicht in Macht und Glanz, sondern in Schwachheit und Armut ist Jesus seinen Weg gegangen. Auch weiterhin arbeitet Gott mit armen Mitteln. Nicht der technische Aufwand, nicht die glänzende Begabung oder das eindrucksvolle Auftreten eines Predigers machen das Evangelium glaubwürdig, sondern Gottes Geist und Gottes Kraft. Das gilt heute ebenso wie einst in Korinth. Dem entspricht auch der Inhalt der Predigt. Da gibt es allerdings Stufen der Erkenntnis und Erfahrung; sittliches Handeln und geistige Einsicht bedingen sich gegenseitig. Im extrem negativen Fall wird Christus immer wieder neu ans Kreuz geschlagen. Im positiven Fall wird das Kreuz als Offenbarung der Weisheit und Macht Gottes erkannt und angenommen. – Zu 2, 1–5: 1 Kor 1, 17; Gal 6, 14; Apg 18, 9; 1 Thess 1, 5; Röm 1, 16. – Zu 2, 7: Röm 16, 25; Kol 1, 16. – Zu 2, 9–10: Dtn 29, 28; Jes 64, 3; 52, 15; Mt 13, 11.

Erste Lesung1 Kor 2, 1–10a

Ich habe euch das Geheimnis Gottes verkündet: Jesus Christus, den Gekreuzigten

Lesung
aus dem ersten Brief des Apostels Paulus
an die Gemeinde in Korínth.

1Ich kam nicht zu euch, Schwestern und Brüder,
um glänzende Reden
oder gelehrte Weisheit vorzutragen,
sondern um euch das Geheimnis Gottes zu verkünden.
2Denn ich hatte mich entschlossen,
bei euch nichts zu wissen außer Jesus Christus,
und zwar als den Gekreuzigten.
3Zudem kam ich in Schwäche und in Furcht,
zitternd und bebend zu euch.
4Meine Botschaft und Verkündigung war nicht Überredung
durch gewandte und kluge Worte,
sondern war mit dem Erweis von Geist und Kraft verbunden,
5damit sich euer Glaube nicht auf Menschenweisheit stützte,
sondern auf die Kraft Gottes.
6Und doch verkünden wir Weisheit unter den Vollkommenen,
aber nicht Weisheit dieser Welt
oder der Machthaber dieser Welt,
die einst entmachtet werden.
7Vielmehr verkünden wir
das Geheimnis der verborgenen Weisheit Gottes,
die Gott vor allen Zeiten vorausbestimmt hat
zu unserer Verherrlichung.
8Keiner der Machthaber dieser Welt hat sie erkannt;
denn hätten sie die Weisheit Gottes erkannt,
so hätten sie den Herrn der Herrlichkeit nicht gekreuzigt.
9Nein, wir verkünden, wie es in der Schrift steht,
was kein Auge gesehen und kein Ohr gehört hat,
was in keines Menschen Herz gedrungen ist,
was Gott denen bereitet hat, die ihn lieben.
10aUns aber hat es Gott enthüllt durch den Geist.

AntwortpsalmPs 37 (36), 3–4.5–6.30–31 (Kv: vgl. 30a)

Kv Der Mund des Gerechten
spricht Worte der Weisheit! – Kv GL 312, 7, II. Ton

3Vertrau auf den Herrn und tue das Gute, ∗
wohne im Land und hüte die Treue!
4Habe deine Lust am Herrn! ∗
So wird er dir geben, was dein Herz begehrt. – (Kv)
5Befiehl dem Herrn deinen Weg, ∗
vertrau ihm – er wird es fügen.
6Er lässt deine Gerechtigkeit aufgehen wie das Licht, ∗
dein Recht wie die Helle des Mittags. – (Kv)
30Der Mund des Gerechten bewegt Worte der Weisheit ∗
und seine Zunge redet, was recht ist.
31Die Weisung seines Gottes ist in seinem Herzen, ∗
seine Schritte werden nicht wanken. – Kv

Ruf vor dem EvangeliumVers: Mt 5, 3

Halleluja. Halleluja.
Selig, die arm sind vor Gott;
denn ihnen gehört das Himmelreich.
Halleluja.

ZUM EVANGELIUM  Viele Menschen folgen Jesus auf dem Weg nach Jerusalem, werden sie auch bis nach Golgota mitgehen? Jesus nennt ihnen die Bedingungen der Nachfolge: Bereitschaft zum Verzicht auf Familie und Freunde, auf Ehre und Besitz, ja auf das eigene Leben. Wer sich zur Nachfolge entschließt, muss wissen, was er wagt. Er muss seine Kräfte und Möglichkeiten prüfen wie jemand, der einen Bau ausführen oder einen Krieg unternehmen will. Besagen diese Gleichnisse auch, dass die Nachfolge jedem freigestellt ist? Das vorausgegangene Gleichnis vom Gastmahl empfiehlt eine solche Deutung nicht. Aber Jesus verlangt nicht von jedem die gleiche Art und Weise der Nachfolge. Er ruft jeden auf seinen ihm eigenen Weg. Die Forderung zu größerem Verzicht hat als Voraussetzung und als Ziel die größere Liebe. Wer angefangen hat, die Größe Gottes zu begreifen, dem werden alle geschaffenen Dinge klein. – Zu 14, 25–27: Mt 10, 37–38; Lk 22, 26–28; Dtn 33, 9–10; Lk 18, 24–30; Joh 12, 26. – Zu 14, 28–31: Spr 24, 6; Lk 9, 61–62.

EvangeliumLk 14, 25–33

Keiner von euch kann mein Jünger sein, wenn er nicht auf seinen ganzen Besitz verzichtet

Aus dem heiligen Evangelium nach Lukas.

In jener Zeit
25 begleiteten viele Menschen Jesus;
da wandte er sich an sie
26und sagte: Wenn jemand zu mir kommt
und nicht Vater und Mutter,
Frau und Kinder, Brüder und Schwestern,
ja sogar sein Leben gering achtet,
dann kann er nicht mein Jünger sein.
27Wer nicht sein Kreuz trägt und hinter mir hergeht,
der kann nicht mein Jünger sein.
28Denn wenn einer von euch einen Turm bauen will,
setzt er sich dann nicht zuerst hin
und berechnet die Kosten,
ob seine Mittel für das ganze Vorhaben ausreichen?
29Sonst könnte es geschehen,
dass er das Fundament gelegt hat,
dann aber den Bau nicht fertigstellen kann.
Und alle, die es sehen, würden ihn verspotten
30und sagen: Der da hat einen Bau begonnen
und konnte ihn nicht zu Ende führen.
31Oder wenn ein König gegen einen anderen in den Krieg zieht,
setzt er sich dann nicht zuerst hin
und überlegt, ob er sich mit seinen zehntausend Mann
dem entgegenstellen kann,
der mit zwanzigtausend gegen ihn anrückt?
32Kann er es nicht,
dann schickt er eine Gesandtschaft,
solange der andere noch weit weg ist,
und bittet um Frieden.
33Ebenso kann keiner von euch mein Jünger sein,
wenn er nicht auf seinen ganzen Besitz verzichtet.

Fürbitten

Jesus lädt uns ein, allen weltlichen Widrigkeiten zum Trotz ihm nachzufolgen. Ihn, der uns zu sich ruft, bitten wir:
■ Gib allen Durchhaltevermögen, denen die Nachfolge erschwert wird und die auch innerkirchlichem Gegenwind ausgesetzt sind.
■ Schenke allen deinen Geist, die durch Reformen den Kern der frohen Botschaft herausarbeiten und leben wollen.
■ Hilf den Christinnen und Christen, sich in dieser Welt zu engagieren und gleichzeitig ihre wahre Heimat im Himmel zu haben.
■ Erbarme dich aller, die Misshandlungen und Folter erdulden müssen, und schenke allen Unterdrückten neue Freiheit.
■ Gewähre den Kranken Heilung, den Trauernden Trost, den Sterbenden eine gute Sterbestunde und den Toten das ewige Leben.
Alles, was uns bewegt, bringen wir vor dich. Denn du hilfst uns, unser Kreuz zu tragen. Dir sei die Ehre in Ewigkeit. – A: Amen.

Gabengebet

Allmächtiger Gott,
nimm die Gaben an,

die wir dir am Gedenktag
des heiligen Johannes vom Kreuz darbringen.
Hilf uns, das Leiden des Herrn, das wir am Altar verkünden,
auch in unserem Leben auf uns zu nehmen.
Darum bitten wir durch Christus, unseren Herrn.

KommunionversMt 16, 24

So spricht der Herr:
Wer mir nachfolgen will, verleugne sich selbst
und nehme sein Kreuz auf sich; so folge er mir nach.

Schlussgebet

Herr, unser Gott,
du hast im Leben des heiligen Johannes

das Geheimnis des Kreuzes aufleuchten lassen.
Stärke uns durch das Opfer, das wir gefeiert haben,
damit wir in der Nachfolge Christi ausharren
und in deiner Kirche zum Heil der Menschen wirken.
Darum bitten wir durch Christus, unseren Herrn.

P. Anselm Schott

Messbücher-Namensgeber Pater Schott vor 125 Jahren gestorben (23.04.2021)
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