MONTAG

EröffnungsversVgl. Röm 6, 9

Christus ist vom Tod erstanden; er stirbt nicht mehr.
Gebrochen ist die Macht des Todes. Halleluja.

Tagesgebet

Allmächtiger, ewiger Gott,
wir dürfen dich Vater nennen,

denn du hast uns an Kindes statt angenommen.
Gib, dass wir mehr und mehr
aus dem Geist der Kindschaft leben,
damit wir die wahre Freiheit finden
und das unvergängliche Erbe erlangen.
Darum bitten wir durch Jesus Christus.

Zur Lesung  Im 4. Kapitel der Apostelgeschichte müssen sich Petrus und Johannes vor den hohen geistlichen Führern in Jerusalem verteidigen, weil sie lehren, dass der gekreuzigte Jesus von den Toten auferstanden ist. Der erste Angriff dieser religiösen Obrigkeit auf die Jüngergemeinde ist kläglich und matt: ein Verbot, „jemals wieder im Namen Jesu zu predigen und zu lehren“ (4, 18). Die Gemeinde reagiert auf diese neue Situation nicht mit einer taktischen Lagebesprechung, sondern mit siegesgewissem Gebet, das zugleich Lobpreis und Bitte ist. Das Gebet hat die übliche Form jüdischer und altchristlicher Gebete: Anrufung Gottes, Erinnerung an die Macht des Schöpfers der ganzen Welt und des Herrn der Geschichte, Schilderung der gefährlichen Lage, Bitte um die Kraft des Geistes. In Vers 27 wird die Christenverfolgung durch die jüdische Obrigkeit mit den späteren Verfolgungen durch die heidnische Staatsgewalt zusammengesehen und in direkte Beziehung zum Leiden Jesu gesetzt. Auf das Leiden Jesu wird auch der messianische Psalm 2 bezogen. Jesus wird (wie in 3, 13) der „heilige Knecht Gottes“ genannt: der von den Menschen misshandelte, aber von Gott verherrlichte „Knecht“, von dem Jesaja gesprochen hat. – Jes 37, 16–20; Apg 12, 5; 14, 15; Jes 52, 13–15; Ps 2; Lk 23, 12; Apg 18, 9–10; 28, 31; Eph 6, 19–20; Apg 4, 33; 3, 16.

Erste LesungApg 4, 23–31

Als sie gebetet hatten, wurden alle mit dem Heiligen Geist erfüllt und sie verkündeten freimütig das Wort Gottes

Lesung
aus der Apostelgeschichte.

In jenen Tagen,
23 als Petrus und Johannes freigelassen worden waren,
gingen sie zu den Ihren
und berichteten alles,
was die Hohepriester und die Ältesten zu ihnen gesagt hatten.
24Als sie das hörten,
erhoben sie einmütig ihre Stimme zu Gott
und sprachen: Herr,
du hast den Himmel, die Erde und das Meer geschaffen
und alles, was sie erfüllt;
25du hast durch den Mund unseres Vaters David, deines Knechtes,
durch den Heiligen Geist gesagt:
Warum tobten die Völker,
warum machten die Nationen nichtige Pläne?
26Die Könige der Erde standen auf
und die Herrscher haben sich verbündet
gegen den Herrn und seinen Christus.
27Wahrhaftig, verbündet haben sich in dieser Stadt
gegen deinen heiligen Knecht Jesus, den du gesalbt hast,
Herodes und Pontius Pilatus
mit den Heiden und den Stämmen Israels,
28 um alles auszuführen, was deine Hand
und dein Wille im Voraus bestimmt haben, dass es geschehe.
29Doch jetzt, Herr, sieh auf ihre Drohungen
und gib deinen Knechten,
mit allem Freimut dein Wort zu verkünden!
30Streck deine Hand aus,
damit Heilungen und Zeichen und Wunder geschehen
durch den Namen deines heiligen Knechtes Jesus!
31Als sie gebetet hatten,
bebte der Ort, an dem sie versammelt waren,
und alle wurden mit dem Heiligen Geist erfüllt
und sie verkündeten freimütig das Wort Gottes.

AntwortpsalmPs 2, 1–3.4–6.7–9 (Kv: vgl. 12d)

Kv Selig, die bei dir sich bergen, o Herr. – KvGL 52, 1, VIII. Ton
Oder:
Kv Halleluja. – Kv

1Warum toben die Völker, ∗
warum ersinnen die Nationen nichtige Pläne?
2Die Könige der Erde stehen auf, ∗
die Großen tun sich zusammen gegen den Herrn und seinen Gesalbten:
3Lasst uns ihre Fesseln zerreißen ∗
und von uns werfen ihre Stricke! – (Kv)
4Er, der im Himmel thront, lacht, ∗
der Herr verspottet sie.
5Dann spricht er in seinem Zorn zu ihnen, ∗
in seinem Grimm wird er sie erschrecken:
6„Ich selber habe meinen König eingesetzt ∗
auf Zion, meinem heiligen Berg.“ – (Kv)
7Den Beschluss des Herrn will ich kundtun. /
Er sprach zu mir: „Mein Sohn bist du. ∗
Ich selber habe dich heute gezeugt.
8Fordere von mir und ich gebe dir die Völker zum Erbe ∗
und zum Eigentum die Enden der Erde.
9Du wirst sie zerschlagen mit eisernem Stab, ∗
wie Krüge aus Ton wirst du sie zertrümmern.“ – Kv

Ruf vor dem EvangeliumVers: vgl. Kol 3, 1

Halleluja. Halleluja.
Ihr seid mit Christus auferweckt;
strebt nach dem, was oben ist,
wo Christus zur Rechten Gottes sitzt.
Halleluja.

ZUM EVANGELIUM  Jesus hat in Kana und in Jerusalem Zeichen und Wunder getan und damit große Aufmerksamkeit erregt. Der Pharisäer Nikodemus will mehr von Jesus wissen und er besucht ihn in der Nacht zu einem Gespräch. Die Frage, mit der Nikodemus zu Jesus kommt, hätte wohl ähnlich gelautet wie die des Gesetzeslehrers in Lk 10, 25: Was muss ich tun, um das ewige Leben zu gewinnen? Nikodemus kommt aber gar nicht dazu, die Frage auszusprechen; Jesus überrascht ihn mit einer Antwort, die ihn geradezu umwirft. Statt „das ewige Leben gewinnen“ sagt Jesus „das Reich Gottes schauen“, und dazu, sagt er, ist keiner fähig, wenn er nicht von oben geboren wird. Wie soll Nikodemus das verstehen? Wie kann ein alter Mann von neuem geboren werden? Hat er das, als Sohn Abrahams und rechtschaffener Gesetzeslehrer überhaupt nötig? Jesus nimmt nichts zurück. Es ist wirklich so: Wenn ein Mensch die Herrschaft Gottes erfahren, das Reich Gottes schauen, Gott erkennen und das ewige Leben haben will (alle diese Ausdrücke meinen dieselbe, im Grunde nicht aussprechbare Wirklichkeit), dann muss er ein neuer Mensch werden, er muss neu geschaffen, neu geboren werden. Zuallererst muss also der Mensch etwas mit sich geschehen lassen, er muss sich etwas schenken lassen. Das Wasser der Taufe und der Geist Gottes bewirken den neuen Anfang. – Jak 1, 17; 1 Petr 1, 23; Joh 1, 33; Ez 36, 25–27; Röm 8, 9; Tit 3, 5; Joh 6, 63; 1 Kor 15, 44–50.

EvangeliumJoh 3, 1–8

Wenn jemand nicht von oben geboren wird, kann er das Reich Gottes nicht sehen

Aus dem heiligen Evangelium nach Johannes.

1Es war da einer von den Pharisäern namens Nikodémus,
ein führender Mann unter den Juden.
2Der suchte Jesus bei Nacht auf
und sagte zu ihm:
Rabbi, wir wissen,
du bist ein Lehrer, von Gott gekommen;
denn niemand kann die Zeichen tun, die du tust,
wenn nicht Gott mit ihm ist.
3Jesus antwortete ihm: Amen, amen, ich sage dir:
Wenn jemand nicht von oben geboren wird,
kann er das Reich Gottes nicht sehen.
4Nikodémus entgegnete ihm:
Wie kann ein Mensch, der schon alt ist, geboren werden?
Kann er etwa in den Schoß seiner Mutter zurückkehren
und noch einmal geboren werden?
5Jesus antwortete: Amen, amen, ich sage dir:
Wenn jemand nicht aus dem Wasser und dem Geist geboren wird,
kann er nicht in das Reich Gottes kommen.
6Was aus dem Fleisch geboren ist,
das ist Fleisch;
was aber aus dem Geist geboren ist,
das ist Geist.
7Wundere dich nicht,
dass ich dir sagte: Ihr müsst von oben geboren werden.
8Der Wind weht, wo er will;
du hörst sein Brausen,
weißt aber nicht, woher er kommt und wohin er geht.
So ist es mit jedem,
der aus dem Geist geboren ist.

Fürbitten

Im Gebet wenden wir uns an Christus, den Sieger über die Macht des Todes:
■ Für die, die den Glauben verkünden: um den Mut, sich vor den Menschen frei zum Evangelium zu bekennen.
■ Für alle, die den Namen Christi tragen: um die Einheit in der Wahrheit und in der Liebe.
■ Für alle ängstlichen und misstrauischen Menschen: um die Erfahrung von wahrer Freiheit als Kinder Gottes.
■ Für unsere Verstorbenen: um das unvergängliche Leben.
Allmächtiger Gott, du hast uns als deine Kinder angenommen. Wende uns deine väterliche Güte zu. Darum bitten wir durch Christus, unseren Herrn. – A: Amen.

GABENGEBET

Allmächtiger Gott,
nimm die Gaben an,

die deine Kirche dir in österlicher Freude darbringt.
Du hast ihr Grund gegeben zu solchem Jubel,
erhalte ihr die Freude bis zur Vollendung.
Darum bitten wir durch Christus, unseren Herrn.

Osterpräfation, S. 752 f.

KommunionversJoh 20, 19

Jesus trat in die Mitte der Jünger
und sprach zu ihnen: Friede sei mit euch! Halleluja.

Schlussgebet

Ewiger Gott,
du hast uns durch die Ostergeheimnisse erneuert.

Wende dich uns voll Güte zu
und bleibe bei uns mit deiner Huld,
bis wir mit verklärtem Leib
zum unvergänglichen Leben auferstehen.
Darum bitten wir durch Christus, unseren Herrn.

P. Anselm Schott

Messbücher-Namensgeber Pater Schott vor 125 Jahren gestorben (23.04.2021)
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