SAMSTAG

EröffnungsversPs 22 (21), 20.7

Herr, halte dich nicht fern!
Du, meine Stärke, eile mir zu Hilfe.
Ich bin ein Wurm und kein Mensch,
der Leute Spott, vom Volk verachtet.

Tagesgebet

Barmherziger Gott,
du wirkst das Heil der Menschen zu jeder Zeit;

in diesen Tagen aber bist du uns besonders nahe.
Trage Sorge für dein Volk,
schütze die Getauften
und alle, die sich auf die Taufe vorbereiten.
Darum bitten wir durch Jesus Christus.

Zur Lesung  Gott wird das Volk, das sich schon verloren glaubt, wiederherstellen (1. Lesung am 5. Fastensonntag – Jahr A), er wird es zu einem einzigen Volk unter einem einzigen König machen und mit ihm einen neuen Bund schließen: „Sie werden mein Volk sein, und ich werde ihr Gott sein“ (V. 23). Das wird im zweiten Teil der Lesung (V. 25–28) weiter ausgeführt. Hier liegt der Ton auf der ewigen Dauer, d. h. der Endgültigkeit des neuen verheißenen Heils. Es ist dauerndes Wohnen im Land unter dem davidischen Herrscher, ewiger Bund (wie mit Noach: Gen 9, 16, und wie mit Abraham: Gen 17, 7), und als höchste Gabe: für immer die heiligende Gegenwart Gottes. – Jer 3, 18; Joh 10, 16; Ez 34, 23; 28, 26; Tob 14, 7; Jer 31, 31–34; Ez 43, 7; Lev 26, 11–12; Offb 21, 3.

Erste LesungEz 37, 21–28

Ich mache sie zu einer einzigen Nation

Lesung
aus dem Buch Ezéchiel.

21So spricht Gott, der Herr:
Ich nehme die Söhne Israels aus den Nationen heraus,
wohin sie gegangen sind;
ich sammle sie von allen Seiten
und bringe sie auf ihren Ackerboden.
22Ich mache sie im Land, auf den Bergen Israels,
zu einer einzigen Nation.
Und ein einziger König soll König für sie alle sein.
Sie werden nicht länger zwei Nationen sein
und sich nie mehr in zwei Königreiche teilen.
23Sie werden sich nicht mehr unrein machen
durch ihre Götzen und Gräuel und durch all ihre Untaten.
Ich befreie sie von aller Sünde,
die sie in ihrer Untreue begangen haben,
und ich mache sie rein.
Dann werden sie mir Volk sein
und ich, ich werde ihnen Gott sein.
24Mein Knecht David wird König über sie sein
und sie werden alle einen einzigen Hirten haben.
Sie werden meinen Rechtsentscheiden folgen
und auf meine Satzungen achten und nach ihnen handeln.
25Sie werden in dem Land wohnen,
das ich meinem Knecht Jakob gegeben habe
und in dem eure Väter gewohnt haben.
Sie und ihre Kinder und Kindeskinder
werden auf ewig darin wohnen
und mein Knecht David wird auf ewig ihr Fürst sein.
26Ich schließe mit ihnen einen Friedensbund;
es soll ein ewiger Bund mit ihnen sein.
Ich werde sie aufrichten und zahlreich machen.
Ich werde mitten unter ihnen auf ewig mein Heiligtum errichten
27 und über ihnen wird meine Wohnung sein.
Ich werde ihnen Gott sein
und sie, sie werden mir Volk sein.
28Und die Nationen werden erkennen,
dass ich, der Herr, es bin, der Israel heiligt,
wenn mein Heiligtum auf ewig in ihrer Mitte ist.

AntwortpsalmJer 31, 10.11–12b.13 (Kv: vgl. 10d)

Kv Wie ein Hirt seine Herde
behütet uns der Herr. – Kv GL 37, 1, VI. Ton

10Hört, ihr Völker, das Wort des Herrn, ∗
verkündet es auf den Inseln in der Ferne und sagt:
Der Israel zerstreut hat, wird es sammeln ∗
und hüten wie ein Hirt seine Herde! – (Kv)
11Denn der Herr hat Jakob losgekauft ∗
und ihn erlöst aus der Hand des Stärkeren.
12abSie kommen und jubeln auf Zions Höhe, ∗
sie strahlen vor Freude über die Wohltaten des Herrn– (Kv)
13Dann freut sich die Jungfrau beim Reigentanz, ∗
ebenso Junge und Alte zusammen.
Ich verwandle ihre Trauer in Jubel, ∗
tröste sie und mache sie froh nach ihrem Kummer. – Kv

Ruf vor dem EvangeliumVers: Ez 18, 31ab

Christus, du ewiges Wort des Vaters, Ehre sei dir! – Kv
(So spricht Gott, der Herr:)
Werft alle Vergehen von euch, die ihr verübt habt!
Schafft euch ein neues Herz und einen neuen Geist!
Christus, du ewiges Wort des Vaters, Ehre sei dir!

ZUM EVANGELIUM  Die Auferweckung des Lazarus war das letzte und größte der Zeichen Jesu. Sie bildet den Abschluss seiner öffentlichen Wirksamkeit und den Übergang zur Leidensgeschichte. Auf das Wunder hin kommen viele zum Glauben an Jesus (V. 45), die führenden Kreise jedoch sind völlig verblendet. Sie beschließen den Tod Jesu, aber mit der Ausführung des Beschlusses müssen sie warten, bis seine Stunde gekommen ist. Der Hohepriester Kajaphas meint, kluge und realistische Politik zu machen. Er weiß, dass Jesus den Anspruch erhebt, der Messias zu sein; ein solcher Anspruch aber, so wie das Judentum ihn versteht, bedeutet politische Gefahr. Also muss Jesus sterben; im Interesse des Volkes, meint Kajaphas und weiß nicht, wie wahr das ist: Für alle Völker wird Jesus sterben, um aus ihnen das eine Volk Gottes zu machen. – Mt 26, 3–5; Mk 14, 1–2; Lk 22, 1–2; Joh 12, 19; Gen 11, 9; Joh 5, 18; Mt 12, 14; Ps 22, 17; 140, 5–7.

EvangeliumJoh 11, 45–57

Er sollte nicht nur für das Volk sterben, sondern auch, um die versprengten Kinder Gottes wieder zu sammeln

Aus dem heiligen Evangelium nach Johannes.

In jener Zeit
45 kamen viele der Juden,
die zu Maria, der Schwester des Lázarus, gekommen waren
und gesehen hatten, was Jesus getan hatte,
zum Glauben an ihn.
46Aber einige von ihnen gingen zu den Pharisäern
und sagten ihnen, was er getan hatte.
47Da beriefen die Hohepriester und die Pharisäer
eine Versammlung des Hohen Rates ein.
Sie sagten: Was sollen wir tun?
Dieser Mensch tut viele Zeichen.
48Wenn wir ihn gewähren lassen,
werden alle an ihn glauben.
Dann werden die Römer kommen
und uns die heilige Stätte und das Volk nehmen.
49Einer von ihnen, Kájaphas, der Hohepriester jenes Jahres,
sagte zu ihnen: Ihr versteht nichts.
50Ihr bedenkt nicht, dass es besser für euch ist,
wenn ein einziger Mensch für das Volk stirbt,
als wenn das ganze Volk zugrunde geht.
51Das sagte er nicht aus sich selbst;
sondern weil er der Hohepriester jenes Jahres war,
sagte er aus prophetischer Eingebung,
dass Jesus für das Volk sterben werde.
52Aber er sollte nicht nur für das Volk sterben,
sondern auch, um die versprengten Kinder Gottes
wieder zu sammeln.
53Von diesem Tag an waren sie entschlossen, ihn zu töten.
54Jesus ging von nun an
nicht mehr öffentlich unter den Juden umher,
sondern zog sich von dort in die Gegend nahe der Wüste zurück,
zu einer Stadt namens Éfraim.
Dort blieb er mit seinen Jüngern.
55Das Paschafest der Juden war nahe
und viele zogen schon vor dem Paschafest
aus dem ganzen Land nach Jerusalem hinauf,
um sich zu heiligen.
56Sie suchten Jesus
und sagten zueinander,
während sie im Tempel zusammenstanden:
Was meint ihr?
Er wird wohl kaum zum Fest kommen.
57Die Hohepriester und die Pharisäer
hatten nämlich angeordnet, wenn jemand wisse,
wo er sich aufhält, solle er es melden,
damit sie ihn festnehmen könnten.

Fürbitten

Christus hat sein Leben hingegeben, um die Menschen aus der Zerstreuung zu dem einem Volk Gottes zu versammeln. Ihn bitten wir:
■ Lass alle christlichen Kirchen und Gemeinschaften zusammenfinden in der Einheit des Glaubens, der Hoffnung und der Liebe.
■ Ermutige alle in Politik und Gesellschaft, die zur Versöhnung und zum Frieden unter den Menschen beitragen.
■ Wandle alle Angst in Vertrauen und alle Traurigkeit in Freude.
■ Mache uns bereit, mit ganzem Herzen deinem Weg der Hingabe und Liebe zu folgen.
■ Gedenke der Verstorbenen, die in der Hoffnung auf dich entschlafen sind.
Allmächtiger Gott, du weißt, was wir nötig haben. Erbarme dich unser, und mache uns heil durch Christus, unseren Herrn. – A: Amen.

Gabengebet

Allmächtiger, ewiger Gott,
du gibst denen,

die glauben und sich taufen lassen,
das ewige Leben.
Nimm die Gebete und Gaben deiner Kirche an
und erfülle das Verlangen aller,
die auf dich vertrauen
und von dir die Vergebung ihrer Sünden erbitten.
Darum bitten wir durch Christus, unseren Herrn.

Präfation vom Leiden des Herrn I, S. 751.

KommunionversVgl. Joh 11, 52

Christus ist nicht nur für das Volk gestorben,
sondern auch um die zerstreuten Gotteskinder zu sammeln.

Schlussgebet

Allmächtiger Gott,
in der heiligen Opferfeier nährst du deine Gläubigen

mit dem Leib und dem Blut deines Sohnes.
Gib uns durch dieses Sakrament
auch Anteil am göttlichen Leben.
Darum bitten wir durch Christus, unseren Herrn.

P. Anselm Schott

Messbücher-Namensgeber Pater Schott vor 125 Jahren gestorben (23.04.2021)
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