DIENSTAG

EröffnungsversVgl. Jes 55, 1

Ihr Durstigen, kommt alle zum Wasser!
Auch wer kein Geld hat, soll kommen.
Kommt und trinkt voll Freude!

Tagesgebet

Barmherziger Gott,
diese heilige Zeit der Buße und des Gebetes

mache unsere Herzen bereit,
die Ostergnade zu empfangen
und das Lob des Erlösers zu verkünden,
der in der Einheit des Heiligen Geistes
mit dir lebt und herrscht in alle Ewigkeit.

Zur Lesung  Der Prophet hatte in einer früheren Vision gesehen, wie Jahwe aus dem Tempel und aus Jerusalem fortzog (10, 18–22; 11, 22–23). Dann durfte er, wieder in einer Vision, die Rückkehr Jahwes in den neuerbauten Tempel schauen (43, 1–9; 44, 1–2). In der heutigen Lesung schildert der Prophet die heilbringende Wirkung dieser neuen Gegenwart Gottes bei seinem Volk. Dabei verbindet er geographische Erinnerungen an die Tempelquelle (vgl. Jes 8, 6–8; Ps 16) und die Vorstellung vom Wasserreichtum des Paradieses (Gen 2, 10–14) zu einem Bild, in dem aller Segen vom Heiligtum, d. h. von Gott selber, ausgeht. Das Neue Testament hat dieses Bild vor allem in Offb 22 aufgegriffen, aber auch im Johannesevangelium (Kap. 4 und 5). Wasser ist in der Bibel Symbol des Lebens, der Freude, des Heiligen Geistes (vgl. 7, 37–39). – Sach 13, 1; 14, 8; Joël 4, 18.

Erste LesungEz 47, 1–9.12

Ich sah, wie Wasser vom Tempel hervorströmte; und alle, zu denen das Wasser kam, wurden gerettet (vgl. Messbuch, Antiphon zum sonntäglichen Taufgedächtnis)

Lesung
aus dem Buch Ezéchiel.

1Der Mann, der mich begleitete,
führte mich zum Eingang des Tempels
und siehe,
Wasser strömte unter der Tempelschwelle hervor
nach Osten hin;
denn die vordere Seite des Tempels schaute nach Osten.
Das Wasser floss unterhalb der rechten Seite des Tempels herab,
südlich vom Altar.
2Dann führte er mich durch das Nordtor hinaus
und ließ mich außen herum zum äußeren Osttor gehen.
Und siehe, das Wasser rieselte an der Südseite hervor.
3Der Mann ging nach Osten hinaus,
mit der Messschnur in der Hand,
maß tausend Ellen ab
und ließ mich durch das Wasser gehen;
das Wasser reichte mir bis an die Knöchel.
4Dann maß er wieder tausend Ellen ab
und ließ mich durch das Wasser gehen;
das Wasser reichte mir bis zu den Knien.
Darauf maß er wieder tausend Ellen ab
und ließ mich hindurchgehen;
das Wasser ging mir bis an die Hüften.
5Und er maß noch einmal tausend Ellen ab.
Da war es ein Fluss,
den ich nicht mehr durchschreiten konnte;
denn das Wasser war tief,
ein Wasser, durch das man schwimmen musste,
ein Fluss, den man nicht mehr durchschreiten konnte.
6Dann fragte er mich:
Hast du es gesehen, Menschensohn?
Darauf führte er mich zurück, am Ufer des Flusses entlang.
7Als ich zurückging,
siehe, da waren an beiden Ufern des Flusses sehr viele Bäume.
8Er sagte zu mir:
Dieses Wasser fließt hinaus in den östlichen Bezirk,
es strömt in die Áraba hinab und mündet in das Meer,
in das Meer mit dem salzigen Wasser.
So wird das salzige Wasser gesund.
9Wohin der Fluss gelangt,
da werden alle Lebewesen,
alles, was sich regt, leben können
und sehr viele Fische wird es geben.
Weil dieses Wasser dort hinkommt,
werden sie gesund;
wohin der Fluss kommt,
dort bleibt alles am Leben.
12An beiden Ufern des Flusses wachsen alle Arten von Obstbäumen.
Ihr Laub wird nicht welken
und sie werden nie ohne Frucht sein.
Jeden Monat tragen sie frische Früchte;
denn ihre Wasser kommen aus dem Heiligtum.
Die Früchte werden als Speise
und die Blätter als Heilmittel dienen.

AntwortpsalmPs 46 (45), 2–3.5–6.8–9 (Kv: 8b)

Kv Der Gott Jakobs ist unsre Burg. – KvGL 653, 5, VII. Ton

2Gott ist uns Zuflucht und Stärke, ∗
als mächtig erfahren, als Helfer in allen Nöten.
3Darum fürchten wir uns nicht, wenn die Erde auch wankt, ∗
wenn Berge stürzen in die Tiefe des Meeres. – (Kv)
5Eines Stromes Arme erfreuen die Gottesstadt, ∗
des Höchsten heilige Wohnung.
6Gott ist in ihrer Mitte, sie wird nicht wanken. ∗
Gott hilft ihr, wenn der Morgen anbricht. – (Kv)
8Mit uns ist der Herr der Heerscharen, ∗
der Gott Jakobs ist unsre Burg.
9Kommt und schaut die Taten des Herrn, ∗
der Schauder erregt auf der Erde. – Kv

Ruf vor dem EvangeliumVers: Ps 51 (50), 12a.14a

Herr Jesus, dir sei Ruhm und Ehre! – Kv
Erschaffe mir, Gott, ein reines Herz,
gib mir wieder die Freude deines Heils!
Herr Jesus, dir sei Ruhm und Ehre!

ZUM EVANGELIUM  Während die Juden göttliche Zeichen fordern, vollbringt Jesus menschliche Taten. Der Kranke, der seit 38 Jahren gelähmt war, hatte wenig Hoffnung, denn er hatte keinen Menschen, der ihn zum Teich hinuntertrug, wenn die Quelle zu sprudeln begann. Jesus ist der Mensch, den er braucht und der für ihn da ist. Merkwürdig ist, dass vom Glauben dieses Mannes überhaupt nicht die Rede ist, weder vor der Heilung noch nachher. Jesus hat ihn geheilt, weil er ihn heilen wollte. Nicht mehr und nicht weniger. Die Heilung selbst und die Auseinandersetzung mit den Juden wegen der Verletzung des Sabbats führen in das innere Geheimnis der Person Jesu: Er ist der wahre Arzt, er ist die Quelle lebendigen Wassers, und er ist Herr über den Sabbat. – Mt 9, 6; Joh 9, 14; Ex 20, 8–11; Jer 17, 21–27; Joh 8, 11; Mt 12, 8.

EvangeliumJoh 5, 1–16

Sofort wurde der Mann gesund

Aus dem heiligen Evangelium nach Johannes.

1Es war ein Fest der Juden
und Jesus ging hinauf nach Jerusalem.
2In Jerusalem gibt es beim Schaftor einen Teich,
zu dem fünf Säulenhallen gehören;
dieser Teich heißt auf Hebräisch Betésda.
3In diesen Hallen lagen viele Kranke,
4darunter Blinde, Lahme und Verkrüppelte.
5Dort lag auch ein Mann,
der schon achtunddreißig Jahre krank war.
6Als Jesus ihn dort liegen sah
und erkannte, dass er schon lange krank war,
fragte er ihn: Willst du gesund werden?
7Der Kranke antwortete ihm:
Herr, ich habe keinen Menschen,
der mich, sobald das Wasser aufwallt, in den Teich trägt.
Während ich mich hinschleppe,
steigt schon ein anderer vor mir hinein.
8Da sagte Jesus zu ihm:
Steh auf, nimm deine Liege und geh!
9Sofort wurde der Mann gesund,
nahm seine Liege und ging.
Dieser Tag war aber ein Sabbat.
10Da sagten die Juden zu dem Geheilten:
Es ist Sabbat, du darfst deine Liege nicht tragen.
11Er erwiderte ihnen:
Der mich gesund gemacht hat,
sagte zu mir: Nimm deine Liege und geh!
12Sie fragten ihn: Wer ist denn der Mensch,
der zu dir gesagt hat: Nimm deine Liege und geh?
13Der Geheilte wusste aber nicht, wer es war.
Jesus war nämlich weggegangen,
weil dort eine große Menschenmenge zugegen war.
14Danach traf ihn Jesus im Tempel
und sagte zu ihm: Sieh, du bist gesund geworden;
sündige nicht mehr, damit dir nicht noch Schlimmeres zustößt!
15Der Mann ging fort
und teilte den Juden mit,
dass es Jesus war, der ihn gesund gemacht hatte.
16Daraufhin verfolgten die Juden Jesus,
weil er das an einem Sabbat getan hatte.

Fürbitten

Zu Christus, der die Welt gesunden lässt, lasst uns beten:
■ Für die Frauen und Männer auf der ganzen Erde, die sich in diesen Tagen auf die Taufe in der Osternacht vorbereiten.
■ Für die vielen, denen es schwerfällt, im Elend der Welt an Gottes Liebe zu glauben.
■ Für Menschen mit Behinderung, psychischen oder chronischen Erkrankungen, die Hilfe brauchen für die Bewältigung ihres Alltags.
■ Für die Angehörigen und Bekannten, um die wir uns Sorgen machen und oft nicht wissen, wie wir ihnen helfen können.
Denn du bist der gute Hirt und führst zum Ruheplatz am Wasser. Dir sei Dank und Lobpreis in Ewigkeit. – A: Amen.

Gabengebet

Herr, du trägst Sorge für uns,
du hast uns Brot und Wein geschenkt

als Nahrung für unser vergängliches Leben.
Wir bringen diese Gaben zum Altar;
reiche sie uns neu als Sakrament der Unsterblichkeit.
Darum bitten wir durch Christus, unseren Herrn.

Fastenpräfation, S. 750 f.

KommunionversPs 23 (22), 1–2

Der Herr ist mein Hirte, nichts wird mir fehlen.
Er lässt mich lagern auf grünen Auen
und führt mich zum Ruheplatz am Wasser.

Schlussgebet

Gütiger Gott,
wir haben die heilige Speise empfangen,

das Brot für das Leben der Welt.
Tilge durch dieses Sakrament unsere Schuld
und komm der Schwachheit unseres Leibes zu Hilfe,
damit wir einst teilhaben
an der Verklärung deines Sohnes,
der mit dir lebt und herrscht in alle Ewigkeit.

P. Anselm Schott

Messbücher-Namensgeber Pater Schott vor 125 Jahren gestorben (23.04.2021)
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